Kreislaufplatz
Mitten in der Pandemie entstand eine Idee. Keine neue Idee, aber eine notwendige.
Wir nannten es Kreislaufplatz.
Es ging um Selbsterhaltung. Es ging um eine regenerative Gemeinschaft. Es ging darum, den Boden unter unseren Füßen wieder spürbar zu machen.
Die Inspiration ist global.
Schon 2006 zeigte uns Transition Town Totnes in England, was möglich ist:
- Sie führten eine Lokalwährung ein.
- Sie pflanzten essbare Landschaften mitten in der Stadt.
- Sie bauten lokale Energienetze auf.
- Sie bewiesen: Resilienz beginnt vor der Haustür.
Aber wir lernten schnell: Kopieren reicht nicht. Damit Veränderung Wurzeln schlägt, muss sie in unserem eigenen Bildnis erschaffen werden. Sie muss unsere Sprache sprechen.
Jane Jacobs schrieb in The Economy of Cities über den Importersatz. Die Idee, dass eine Stadt erst floriert, wenn sie das, was sie braucht, selbst herstellt. Permakultur wurde mit genau diesem Gedanken geboren.
Das Paradoxon unserer Zeit: Wir glauben, wir hätten zu wenig. Dabei haben wir zu viel.
Wir ersticken im Klumpert. Wir wissen nur nicht, wer unseren persönlichen Überschuss gerade braucht.
Das Problem ist kein Mangel. Es ist ein Verteilungsproblem. Es ist ein Mindset-Problem.
Die wahre Absicherung in Krisenzeiten ist kein Bankkonto. Es ist die Stärke unserer Gemeinschaft.
Wir wollen eine Nachbarschaft, in der man aufeinander aufpasst. Nicht, weil es eine App vorschreibt. Sondern weil wir Menschen sind.
Vergessen wir die korporatisierte „Sharing Economy“. Wir bauen eine echte Solidaritätswirtschaft. Hier ist die Nichtverwendung von Geld keine Armut, sondern eine Priorität.
Das ist die wahrste Form der Demokratie. Und wenn wir „alle“ sagen, dann meinen wir alle.
Auch die 40 % unserer Stadt, die nicht hier geboren wurden. Diejenigen, die oft das unsichtbare „Scharlachrote A“ tragen müssen.
Wir arbeiten mit dem, was wir haben. Und wir haben viel. Wir haben uns.
Lokal denken. Lokal handeln. Willkommen am Kreislaufplatz.